Wissenswertes über Vogelhäuser

Warum müssen die Vögel im Winter gefüttert werden?

Seit den 50er Jahren nimmt die traditionelle Landwirtschaft in Deutschland und Europa immer mehr ab. Durch diese Abnahme reduzieren sich die heimischen Vogelbestände zusehends.
Laut einer Studie der Vogelwarte Radolfzell unter der Leitung des Ornithologen Peter Berthold wurde registriert, dass von ehemals 110 Brutvogelarten bereits 35 % ganz verschwunden sind oder nur noch unregelmäßig brüten. Bei weiteren 20 % sei der Bestand abnehmend, nur 10 % zeigten eine Zunahme der Population oder hätten sich neu angesiedelt. Als Ursachen für diesen starken Rückgang der einzelnen Vogelarten seien vor allem die fehlende Nahrungsgrundlage insbesondere im Winterhalbjahr und zu wenig Nistmöglichkeiten und Lebensräume. Um diesen Trend aufzuhalten und unsere die Singvogelarten zu erhalten, reiche der Rückbau der Natur allein nicht mehr aus. Zu den Arten, die besonders betroffen sind, gehören viele Vogelarten, die nicht nur in Deutschland angesiedelt sind. Hierzu zählen z.B. die Haus- und Feldsperlinge, der Star, die Feldlerche, die Rauchschwalbe und die Kohlmeise. Selbst beim Spatz ist ein Rückgang von bis zu 50 % in Deutschland zu verzeichnen[1].
Um diesen Rückgang aufzuhalten, ist es sinnvoll, über die Wintermonate ein Vogelhaus im Garten aufzustellen und dieses ausreichend mit Vogelfutter zu befüllen. Alle Infos rund um den Kauf und den Standort des Vogelhauses sowie das richtige Vogelfutter haben wir im nachfolgenden Beitrag zusammengefasst.

Spatz und Amsel unterm Vogelhaus
Spechtpaar bei der Futtersuche
Blaumeisen in einem Strauch am Vogelhaus

Ein Vogelhaus „Schmuckstück und Futterstation“ in einem!

Im Handel und im Internet gibt es zahlreiche Vogelhäuser in verschiedenen Größen, Formen und Farben. Hier finden Sie Tipps über Vogelhäuser die man beachten sollte. Ein Vogelhaus ist im Winter eine nützliche Futterquelle für die freilebenden heimischen Vögel wie z.B. Spechte, Meisen, Spatzen, Finken u.v.m. und bietet Groß und Klein die Möglichkeit, die Tiere zu beobachten. Bei der großen Fülle an verschiedenen Vogelhäusern ist es jedoch schwierig, das geeignete Vogelhaus für den Garten oder Balkon zu finden.
Worauf soll beim Vogelhauskauf geachtet werden?

Vogelhaus mit Ständer und Futterschacht komplett behandelt.

Grundsätzlich muss das Vogelhaus witterungsbeständig sein. Da die meisten Vogelhäuser aus Holz hergestellt werden, bedeutet es für diese Vogelhäuser, dass das verwendetet Holz ausreichend mit einer umweltschonenden Holzschutzlasur (ohne Lösemittel) behandelt ist. Ist dies nicht der Fall, sollte nachträglich ein Holzschutz aufgetragen werden. Dies wird am besten im Frühjahr oder Sommer erledigt, da so die verwendete Farbe gut trocknen und ausdünsten kann.
Die Dacheindeckung des Vogelhauses muss so beschaffen sein, dass sie wasserundurchlässig ist und den extremen Witterungseinflüssen im Winter gut und lange standhält, da ansonsten Schnee oder Regen in das Vogelhaus eindringen kann. Dachpappe oder Dachbitumen sind geeignete Materialien, die diese Eigenschaften aufweisen.
Da das Futter im Vogelhaus unbedingt trocken bleiben muss, um nicht zu verderben, bieten sich Futterhäuser mit inneliegendem Silo an. Das Vogelfutter wird in einen Futterschacht, der in der Regel als Schornstein mit einer Abdeckung gearbeitet ist, von oben in das Vogelhaus eingefüllt. Am Boden ist das Futtersilo mit einer Öffnung versehen, durch die das Futter von den Vögeln nach Belieben herausgepickt werden kann. So verringert sich auch die Gefahr des Verdreckens des Futters durch Vogelkot und damit der Übertragung von Krankheiten.

Wo soll das Vogelhaus stehen?

Spatz beim Landeanflug ans Vogelhaus

Den richtigen Standort für ein Vogelhaus zu finden, ist nicht so schwer. Man muss lediglich ein paar kleine Dinge bei der Standortwahl beachten und schon wird das Vogelhaus von vielen verschiedenen Vogelarten gut besucht. Da es die meisten Vogelhäuser mit einem passenden Ständer gibt, ist man bei der Standortwahl unabhängig. Wählen Sie keinen Platz, der direkt an einem Weg oder einer Auffahrt liegt. Durch das ständige Vorbeigehen von Menschen oder Vorbeifahren der Autos werden die Vögel immer wieder bei der Futteraufnahme gestört und meiden unter Umständen dieses Vogelhaus.
Ein ruhiger Standort in der Nähe eines Baumes, Strauches, von Hecken oder Gebüschen haben sich in der Vergangenheit als gute Plätze für ein Vogelhaus bewährt. Hier haben die Vögel immer die Möglichkeit des schnellen Rückzuges aus dem Vogelhaus, sobald Gefahr für sie besteht. Haben Sie in Ihrem Garten keine Sträucher oder Bäume, können Sie rund um das Vogelhaus etwas Tannengrün anbringen. Dies wird von den Vögeln auch gut angenommen. Bitte stellen Sie Ihr Vogelhäuschen nicht unmittelbar vor einer  großen Scheibe auf, da die Vögel sonst das Spiegelbild des Gartens auf der Scheibe wahrnehmen, dies mit der realen Umgebung verwechseln und es so zur Kollision mit der Scheibe kommen kann.
Haben die Vögel das Vogelhaus erst einmal, wie auf unserem Foto zu sehen ist, als Futterquelle für sich entdeckt, werden Sie viel Freude beim Beobachten haben. Das Vogelhaus, das auf dem Foto zu sehen ist, hängt seit 24 Stunden in den Sträuchern und wird schon nach dieser kurzen Zeit sehr gut von Spatzen und Blaumeisen angenommen. Hier sieht man, wie wichtig der Standort für so ein Vogelhäuschen ist.

Das richtige Vogelfutter verwenden!

Mit den fertigen Vogelfuttermischungen, die es im Handel zu kaufen gibt, machen Sie nichts verkehrt. Befestigen Sie zusätzlich am Vogelhaus freihängend noch einige Meisenknödel. Diese werden sehr gern von Meisen, Spechten oder Sperlingen genutzt. Unser Tipp: Sammeln Sie doch im Herbst schon einige Hasel- oder Wallnüsse und legen diese geknackt mit ins Vogelhaus. Nüsse sind sehr fettreich und daher eine wichtige Futterergänzung über die Wintermonate. Ein günstiges Vogelfutter sind einfache ungesalzene Haferflocken aus dem Supermarkt. Zusätzlich zum handelsüblichen Vogelfutter können Sie Rosinen oder andere getrocknete Beeren mit in Ihr Vogelhaus legen. Auch diese können bereits im Sommer und Herbst gesammelt und getrocknet werden.

Wann soll mit der Vogelfütterung begonnen werden?

Unter den Experten wird heftig diskutiert, wann mit der Vogelfütterung begonnen werden soll. Es gibt dazu unzählige Studien und Meinungen. Unsere Empfehlung zu diesem Thema ist, beginnen Sie Ende Herbst, ab dem ersten Frost, mit der Fütterung. Sobald der Boden gefroren oder mit einer Schneedecke überdeckt ist, wird es für die Vögel schwer, noch Futter zu finden. Dann ist es sinnvoll, das Vogelhaus mit Futter zu füllen.
Am besten kann man die Vögel in den frühen Morgenstunden oder am zeitigen Abend bei der Futteraufnahme im Vogelhaus beobachten.

Einzelnachweise
[1] Peter Berthold Ornithologe Gabriele Mohr: Vögel füttern – aber richtig. Anlocken, schützen, sicher bestimmen. Kosmos, Stuttgart 2006, 79 S

Tipps Standort Nistkasten

Warum brauchen wir Nistkästen?

Durch den Menschen werden Jahr für Jahr die natürlichen Lebensräume unserer heimischen Vogelwelt, die für die Aufzucht der Jungvögel dringend notwendig sind, zerstört. Durch die Eingrenzung dieser Lebensräume kann es zu einer Minimierung des Bestandes der einzelnen Vogelarten kommen. Um dieser Entwicklung entgegenzusteuern, kann den Vögeln mit dem Anbringen eines Nistkastens oder einer Bruthöhle im Garten ein geeigneter Brutraum für die Aufzucht ihres Nachwuchses geschaffen werden. Im Nistkasten können die Vögel die gelegten Eier in Ruhe ausbrüten und die geschlüpften Jungvögel ohne das Risiko einer Nestplünderung durch andere Vögel oder Tiere großziehen. Im Winter nutzen die Vögel die Nistkästen manchmal, um einen sicheren Unterschlupf vor Wind, Regen oder Schnee zu finden.

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Vogelhaus mit Nistkasten im Dach 

Es gibt auch Vogelhäuser die mit einem Nistkasten  ausgestattet sind. So hat man Vogelhaus und Nistkasten in einem. Alle wichtigen Tipps wo die Vogelhäuser am besten stehen sollen damit auch viele Vögel ins Vogelhaus kommen finden Sie unter folgenden Link: Tipps für Vogelhäuser.

Nistkasten-Standort

Die Nistkästen sollten am besten im Herbst angebracht werden, da die Vögel, wie oben beschrieben, diese dann schon als Winterquartier nutzen könnten und sie die Kästen im Frühling zum Brüten wieder aufsuchen. Man kann sie aber noch bis spätestens Februar im Garten anbringen. Ab Mitte Februar beginnen die Vögel mit der Suche nach geeigneten Nistmöglichkeiten für die bevorstehende Brut.

Der Nistkasten muss in einer Höhe von 1,80 m bis 3,00 m angebracht werden. Hierfür kann man einen Baum, einen großen Mast, einen Hausgiebel, Balken oder eine hohe Mauer nutzen. Beim Anbringen an einem Baum sollte auf Nageln oder Schrauben in den Baum verzichtet und die Befestigung stattdessen mit einem Draht vorgenommen werden, um dem Baum nicht zu schaden.

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Natürlicher rustikaler Nistkasten aus Kiefernholz

Der Standort des Nistkastens muss ruhig sein, um die Vögel während des Brütens und der Aufzucht nicht zu stören. Auch darf er nicht ungeschützt der Mittagssonne ausgeliefert sein. Die Einflugöffnung sollte idealerweise nach Osten bis Südosten zeigen und leicht nach vorn geneigt sein, um das Eindringen von Regenwasser zu minimieren. Da die Sonne im Osten aufgeht, erwärmen morgens die ersten Strahlen den Nistkasten. Um die Mittagszeit muss der Nistkasten im Schatten sein, damit der Innenraum nicht überhitzt. Die Lochöffnung darf nicht nach Westen und Norden zeigen, da dies die Wetterseiten sind und so die Brut im Nistkasten nicht gut vor Regen geschützt wäre.

 

Alle, die noch hilfreiche Tipps zur Standortwahl des Nistkastens haben, können diese in unserem Blog gern veröffentlichen. Wir freuen uns über jeden hilfreichen Kommentar zum Thema.

Gewinnspiel im Januar

Das neue Jahr beginnen wir gleich mit einem Gewinnspiel. Unter allen Bestellungen die im Zeitraum vom 01.01.2013 – 31.01.2013 bei uns eingehen verlosen wir einen Gutschein in Höhe von 50,00 €. Der Gewinner wird Anfang Februar per Email benachrichtigt. Dieser Gutschein kann dann in unserem Online-Shop eingelöst werden. Wir wünschen Ihnen viel Glück!